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     LiteratureFairy Tales Wilhelm Hauff: Dwarf Nose

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  Seite 21: Der Zwerg Nase (Dwarf Nose)



deutscher Text
 

"Was wollt Ihr nur mit meiner Nase?" fragte Jakob, "warum sollte ich denn ein Futteral dazu brauchen?"

"Nun", entgegnete der Schuster, "jeder nach seinem Geschmack; aber das muss ich Euch sagen, hätte ich diese schreckliche Nase, ein Futteral ließ ich mir darüber machen von rosenfarbigem Glanzleder. Schaut, da habe ich ein schönes Stückchen zur Hand; freilich würde man eine Elle wenigstens dazu brauchen. Aber wie gut wäret Ihr verwahrt, kleiner Herr; so, weiß ich gewiß, stoßt Ihr Euch an jedem Türpfosten, an jedem Wagen, dem Ihr ausweichen wollet."

Der Kleine stand stumm vor Schrecken; er betastete seine Nase, sie war dick und wohl zwei Hände lang! So hatte also die Alte auch seine Gestalt verwandelt! Darum kannte ihn also die Mutter nicht? Darum schalt man ihn einen häßlichen Zwerg?! "Meister!" sprach er halb weinend zu dem Schuster, "habt Ihr keinen Spiegel bei der Hand, worin ich mich beschauen könnte?"

 

Vokabular  
  jeder nach seinem Geschmack = everyone after his/her liking
  das Glanzleder = patent-leather
  ausweichen = to avoid
  betasten = to touch
  verwandeln = to change
  schelten = to rebuke
  der Spiegel = mirror

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