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     LiteratureFairy Tales Hans Christian Andersen: The Marsh Kings's Daughter

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  Seite 53: Des Moorkönigs Tochter (The Marsh Kings's Daughter)



deutscher Text English text
 

Da fiel die Krötenhaut, und die junge Schönheit stand da; – doch das Haupt neigte sich müde, die Glieder bedurften der Ruhe – sie schlief. Aber der Schlaf war nur kurz. Um Mitternacht wurde sie geweckt; vor ihr stand das tote Pferd voll strahlenden Lebens, aus seinen Augen und dem verwundeten Halse leuchtete ein Schwacher Schein, und neben ihm zeigte sich der erschlagene christliche Priester. »Schöner als Baldur« würde die Wikingerfrau gesagt haben, und doch kam er wie in feurigen Flammen. Es lag ein Ernst in den großen, milden Augen, ein so gerechtes Urteil, ein so durchdringender Blick, daß es gleichsam bis in den tiefsten Herzenswinkel der nun Erprobten drang. Klein-Helga zitterte, und ihre Erinnerung erwachte mit einer Kraft wie am Tage des Jüngsten Gerichts. Alles, was ihr Gutes erwiesen, jedes liebevolle Wort, das ihr gesagt worden war, wurde gleichsam lebendig. Sie erkannte, daß es die Liebe gewesen, die sie hier in den Tagen der Prüfung aufrecht erhalten hatte. Sie sah klar, daß sie nur den Trieben ihrer Stimmungen gefolgt war, selbst aber nichts dazu getan hatte. Alles war ihr gegeben, und alles zu ihrem Besten gefügt worden. Sie beugte sich nieder, demütig und voller Scham vor dem, der in jeder Falte ihres Herzens lesen konnte, und im gleichen Augenblick fühlte sie sich wie von einem Blitzstrahl der Läuterung, dem flammenden Funken des heiligen Geistes durchdrungen.

 

Then the frog skin fell from her; she was once more a lovely maiden. Her head bent wearily, her tired limbs required rest, and then she slept. Her sleep, however, was short. Towards midnight, she awoke; before her stood the dead horse, prancing and full of life, which shone forth from his eyes and from his wounded neck. Close by his side appeared the murdered Christian priest, more beautiful than Baldur, as the Viking's wife had said; but now he came as if in a flame of fire. Such gravity, such stern justice, such a piercing glance shone from his large, gentle eyes, that it seemed to penetrate into every corner of her heart. Beautiful Helga trembled at the look, and her memory returned with a power as if it had been the day of judgment. Every good deed that had been done for her, every loving word that had been said, were vividly before her mind. She understood now that love had kept her here during the day of her trial; while the creature formed of dust and clay, soul and spirit, had wrestled and struggled with evil. She acknowledged that she had only followed the impulses of an evil disposition, that she had done nothing to cure herself; everything had been given her, and all had happened as it were by the ordination of Providence. She bowed herself humbly, confessed her great imperfections in the sight of Him who can read every fault of the heart, and then the priest spoke.


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